Lokale LLM für Teams: vLLM vs SGLang vs Ollama

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Die unterschätzte Grenze: wenn Ollama ans Limit stößt

Viele Unternehmen starten mit Ollama – und das ist die richtige Entscheidung. Ollama ist in unter fünf Minuten installiert, unterstützt Dutzende Open-Weight-Modelle und liefert sofort eine OpenAI-kompatible API. Für einen einzelnen Entwickler oder eine erste Evaluierungsumgebung ist das kaum zu übertreffen.

Das Problem entsteht, wenn das Pilotprojekt wächst. Sobald fünf oder mehr Mitarbeitende gleichzeitig Anfragen stellen, beginnt Ollama zu stocken. Der Grund liegt in der Architektur: Ollama verarbeitet Anfragen sequenziell – jede neue Anfrage wartet, bis die vorherige abgeschlossen ist. Bei einer einzelnen Anfrage spielt das keine Rolle. Bei zehn gleichzeitigen Nutzern multipliziert sich die Wartezeit proportional.

2026 fragen deshalb immer mehr europäische Unternehmen, die lokale KI ernsthaft im Team einsetzen möchten, nach der nächsten Stufe: Was kommt nach Ollama? Dieser Vergleich zeigt die zwei wichtigsten Alternativen und erklärt, wann welches Werkzeug passt.

Was Community-Messungen zeigen

Entwickler und KI-Ingenieure veröffentlichen seit Anfang 2026 regelmäßig Benchmarks zu lokalen Inferenz-Servern. Auf Basis dieser gemeinschaftlichen Messungen zeichnet sich ein klares Bild ab:

Ollama vs. vLLM bei gleichzeitigen Nutzern: Bei 50 parallelen Anfragen liefert vLLM laut Community-Messungen rund sechsmal mehr Gesamtdurchsatz als Ollama. Die P99-Latenz – also die Wartezeit, die 99 Prozent der Anfragen nicht überschreiten – liegt bei vLLM unter drei Sekunden, bei Ollama bei rund 24 Sekunden.

SGLang vs. vLLM bei geteiltem Kontext: SGLang, ein auf Batch-Inference spezialisiertes Framework, soll bei Workloads mit gemeinsam genutztem Kontext – Chatbots, RAG-Systeme, KI-Agenten – rund 29 Prozent mehr Durchsatz liefern als vLLM. In einigen Benchmark-Veröffentlichungen der Community wurden Werte von 4,6-fach schneller als vLLM gemessen.

Diese Zahlen sind keine Herstellerversprechen. Sie entstammen Tests unter spezifischen Hardware- und Workload-Bedingungen und variieren je nach Modell, GPU und Anfragestruktur. Als Planungsgrundlage sind sie dennoch wertvoll.

Die drei Werkzeuge im Überblick

Ollama – der richtige Start, falsche Wahl für Teams

Ollama bleibt das einfachste Werkzeug der Kategorie. Eine Kommandozeile, ein Pull-Befehl, eine laufende API. Für lokale Entwicklung, Experimente und den Einzelnutzer gibt es keinen schnelleren Einstieg.

Stärken:

  • Installation in unter fünf Minuten auf macOS, Linux und Windows
  • Unterstützt GGUF- und MLX-Modelle (auf Apple Silicon besonders performant)
  • OpenAI-kompatible REST-API, kompatibel mit LangChain, OpenWebUI, Continue.dev
  • Kein GPU-Cluster erforderlich – läuft auch auf CPU oder integrierter Grafik

Grenzen:

  • Sequenzielle Anfrageverarbeitung ohne natives Batching
  • Kein KV-Cache-Sharing zwischen Anfragen
  • Nicht für mehr als zwei bis drei gleichzeitige Nutzer ausgelegt

Geeignet für: Einzelentwickler, Prototypen, Evaluierungen, lokale Mac-Setups mit LM Studio oder Apple MLX


vLLM – der Produktionsstandard für GPU-Server

vLLM ist aus der Open-Source-KI-Community hervorgegangen und wurde explizit für Mehrnutzerbetrieb entwickelt. Die Kerninnovation ist PagedAttention: Statt KV-Cache-Speicher vorab fest zu reservieren, verwaltet vLLM ihn dynamisch in Seiten – analog zu virtuellem Arbeitsspeicher in Betriebssystemen. Das eliminiert Speicherverschwendung und erlaubt deutlich mehr parallele Sitzungen auf derselben GPU.

Stärken:

  • Skalierung auf 5 bis 100+ gleichzeitige Nutzer ohne Latenz-Einbrüche
  • OpenAI-API-kompatibel – bestehende Anwendungen laufen ohne Codeänderungen weiter
  • Unterstützt quantisierte Modelle (GPTQ, AWQ, FP8) für effizienteren Speicherverbrauch
  • Produktiv getestete Basis, aktive Community, regelmäßige Releases

Grenzen:

  • Höherer Einrichtungsaufwand als Ollama; erfordert Python-Umgebung und CUDA-kompatible GPU
  • Primär für Linux/NVIDIA entwickelt; Apple-Silicon-Support ist eingeschränkt
  • Konfigurationsparameter können komplex sein

Geeignet für: KMU-Teams mit dedizierten GPU-Servern, IT-Dienstleister, interne Unternehmens-APIs mit mehreren Abteilungen als Nutzer


SGLang – der Spezialist für geteilten Kontext

SGLang (Structured Generation Language) wurde ursprünglich für komplexe, mehrstufige LLM-Programme entwickelt. Es hat sich aber als besonders effizient für Szenarien erwiesen, in denen viele Anfragen einen gemeinsamen Prompt-Prefix teilen: interne Chatbots mit festem Systemkontext, RAG-Systeme mit eingebettetem Dokumentinhalt, Agenten-Orchestrierung.

Die Kerntechnologie heißt RadixAttention: SGLang erkennt geteilten Kontext automatisch und berechnet dessen Attention-Werte nur einmal – statt bei jeder Anfrage neu. Bei Workloads mit hoher Kontextwiederholung spart das erheblich Rechenzeit und Speicher.

Stärken:

  • Höchster gemessener Durchsatz bei geteiltem Kontext (RAG, Agenten, Chatbots)
  • OpenAI-API-kompatibel
  • Gut integriert mit LangChain, LlamaIndex und ähnlichen Agentenframeworks
  • Funktioniert mit Llama, Qwen, Mistral, Gemma und weiteren Open-Weight-Modellen

Grenzen:

  • Kleinere Community als vLLM, weniger verbreitete Dokumentation
  • Kaum Mehrwert bei vollständig individualisierten Anfragen ohne geteilten Präfix
  • Setup ähnlich komplex wie vLLM

Geeignet für: RAG-Produktivsysteme, interne Wissensdatenbanken, Agenten-Plattformen, Kundenservice-Bots


Entscheidungsmatrix

Szenario Empfehlung
Einzelentwickler, lokales Testen Ollama
Mac-Team, GUI bevorzugt LM Studio + Ollama-Backend
5–50 gleichzeitige Nutzer, GPU-Server vLLM
RAG-System oder Chatbot mit gemeinsamem Kontext SGLang
Mehr als 50 Nutzer, hohe SLA-Anforderungen vLLM oder SGLang je nach Workload-Typ

Die Entscheidung zwischen vLLM und SGLang hängt meist von einem einzigen Faktor ab: Teilen Ihre Anfragen einen gemeinsamen Systemkontext oder Dokumentinhalt? Falls ja, lohnt SGLang den Mehraufwand. Falls nicht, ist vLLM die sicherere und besser dokumentierte Wahl.

DSGVO-Konformität als Grundprinzip

Alle hier beschriebenen Werkzeuge teilen eine entscheidende Eigenschaft: Die Inferenz findet vollständig lokal statt. Kein Token, kein Prompt, keine Antwort verlässt die eigene Infrastruktur. Das ist kein Nebeneffekt – es ist der strukturelle Unterschied zu Cloud-LLM-APIs wie ChatGPT oder Claude.

Für Unternehmen, die mit personenbezogenen Daten, Mandantendaten oder Geschäftsgeheimnissen arbeiten, entspricht das der Anforderung aus Artikel 25 DSGVO (Privacy by Design und Privacy by Default). Der Verantwortliche bleibt der einzige Empfänger der Verarbeitungsdaten – ohne Auftragsverarbeitungsvertrag mit einem US-amerikanischen Cloud-Anbieter.

Das gilt für Ollama auf dem Entwickler-Laptop ebenso wie für einen vLLM-Cluster im eigenen Serverraum. Der Unterschied liegt lediglich in der Skalierung und der Datensouveränität auf Organisationsebene.

Förderung für on-premise KI-Infrastruktur

Für deutsche KMU, die in lokale KI-Infrastruktur investieren möchten, gibt es förderpolitische Ansatzpunkte. Das BAFA-Programm zur Transformationsberatung Digitalisierung sowie ausgewählte KfW-Digitalisierungsprogramme können gemäß unserem Verständnis unter bestimmten Voraussetzungen für Investitionen in on-premise KI-Server angewendet werden. Zusätzlich fördern mehrere Bundesländer Digitalisierungsprojekte im Mittelstand, die auf Datensouveränität ausgerichtet sind – ein Argument, das lokale LLM-Infrastruktur direkt anspricht.

Eine individuelle Förderberatung durch einen zugelassenen Berater ist in jedem Fall notwendig. Die hier gemachten Angaben sind informatorischer Natur und keine Beratung im Einzelfall.

Nächste Schritte

Der Wechsel von Ollama zu vLLM oder SGLang ist technisch weniger aufwendig, als er klingt. Beide Tools sind OpenAI-API-kompatibel, was bedeutet, dass bestehende Anwendungen – intern gebaute Chatbots, RAG-Systeme, Continue.dev-Integrationen – ohne Codeänderungen weiterarbeiten. Die eigentliche Arbeit liegt in Hardware-Planung, GPU-Sizing und Deployment-Automatisierung.

Freshlab begleitet europäische Unternehmen beim Aufbau eines produktionstauglichen, DSGVO-konformen lokalen KI-Stacks – von der ersten Evaluierung bis zum stabilen Team-Betrieb. Starten Sie mit einem Pilotprojekt oder nehmen Sie direkt Kontakt auf.